Die andere Seite der DSGVO – geht es lediglich um die Strafen?

11.12.2018, Radinka Danilov Sehovic

Warnende Medienberichte, insbesondere über den massiv erhöhten Strafrahmen, begleiten die DSGVO sowohl in der Vorbereitungsphase als auch nach ihrem Inkrafttreten am 25. Mai 2018.  Während sich einige Unternehmen Mühe gegeben haben, ihre Prozesse anzupassen und alle rechtlichen Anforderungen zu erfüllen, sind andere Unternehmen mit deutlich langsamerem Rhythmus in diese neue digitale Ära eingetreten.

Egal, durch welche Geschäftsgewässer Sie surfen, die DSGVO ist dieser kleine Kieselstein in Ihrem Schuh, der Sie nicht vollständig entspannen lässt – einerseits aufgrund ihrer Komplexität, andererseits aufgrund der Unsicherheit in manchen Situationen (z. B. „Darf ich Direktvertrieb über soziale Netzwerke machen?“ oder „Gelten diese Regeln auch außerhalb der EU?“).

Aber gibt es nicht immer auch die andere Seite der Medaille?

Die helle Seite der ... DSGVO

Zeitgemäße Geschäftsmodelle und aktuelle Marketingtrends stellen den Kunden in den Mittelpunkt der Organisation und nicht mehr – wie früher üblich – das eigene Produkt bzw. die Marke. Geschäfts- und Marketingentscheidungen werden anhand der Wünsche und Bedürfnisse der Konsumenten getroffen.

So weit, so gut. Aber was hat nun die DSGVO damit zu tun? Fassen wir die vorhergehende Aussage so zusammen: „Die Kunden entscheiden im Wesentlichen über alles.“ Per Definition stellt die DSGVO natürliche Personen, sprich den Konsumenten/Konsumentin in den Mittelpunkt der Aktivitäten. Und das in einem Ausmaß, dass Autoren die DSGVO sogar „Bibel der Kundenzentrierung“ nennen. Ein weiterer Baustein ist die sogenannte Customer Journey, ein Konzept, wie der gesamte Vertriebsprozess anhand von Kundenerlebnissen optimiert werden könnte. Die DSGVO gibt dem Konsumenten die Macht zu entscheiden, ob und in welchem Umfang er sich auf die Customer Journey einlässt.

Auf diese Weise kommen wir noch zu einer wichtigen Rolle der DSGVO. Außer der Vereinheitlichung von Regelungen zum Schutz personenbezogener Daten (sowohl natürlicher als auch juristischer Personen) auf EU-Niveau, können wir dieses Gesetz als Werkzeug zur Gestaltung unseres kundenzentrierten Geschäftsmodells verstehen. Sofern wir sagen, dass Daten die Zukunft sind (Stichwort Big Data), dass wir Kunden in den Mittelpunkt stellen (Kundenzentrierung) und dass wir ihre Erfahrung und ihr Feedback verstehen und in die Verbesserung der Prozesse und Produkte einfließen lassen (Customer Journey), dann ist eine Reihe von Regeln (DSGVO), die das Wesentliche verwalten, die Grundlage all dessen.


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Kräftiges Werkzeug in den richtigen Händen

Die Formulierung „Wünsche des Verbrauchers an die erste Stelle setzen“ bekommt mit der DSGVO eine neue Bedeutung: Ohne Wunsch bzw. Einwilligung der Kunden gibt es keine weiteren Aktivitäten. So gesehen ist das Potenzial der DSGVO weit größer als „nur“ der Schutz der personenbezogenen Daten. Zum einen liefert Sie grundlegende Richtlinien für die Gestaltung des Geschäftsmodells in Übereinstimmung mit sicherkommenden Änderungen. Zum Beispiel müssen Organisationen jetzt sehr gut überlegen, welche Daten sie benötigen und zu welchem Zweck und wo und wie diese Daten aufbewahrt werden sollen. Heute brauchen Organisationen also einen strategisch-organisierten Ansatz und ein besseres Big-Data-Management, was den Big-Data-Ansatz sinnvoller macht. Die Einführung von Big-Data-Prinzipien ins Geschäft, sogar durch die Hinter tür, ist es eine der Möglichkeiten, ein neues Geschäftemodell festzulegen sowie ausgezeichnete Gelegenheit, die Geschäfte weiterzuentwickeln.