Mit dem Kopf in der Cloud

04.09.2018, Markus Gronemann

Wer den Kopf in den Wolken trägt, dem fehlt oft sprichwörtlich der Blick auf das Wesentliche, der gibt sich einer eigenen Realität hin und gilt gemeinhin als Träumer.

Was Schriftsteller, Schauspieler und andere Künstler in einem romantisch-kreativen, unbeschwerten und idealistischen Licht erscheinen lässt, wirkt bei Geschäftsführern und IT-Verantwortlichen jedoch rasch fahrlässig, wenn die Wolke die Cloud ist, und der wolkenverhangene Blick die Anforderungen von Datenschutz und IT-Sicherheit übersehen lassen.

Natürlich haben Clouddienste ihre Berechtigung und erleichtern im modernen Geschäftsalltag vieles, von der Kommunikation über Firmen- und Landesgrenzen hinaus über die Bereitstellung zentraler Webdienste bis hin zur komplett ausgelagerten IT-Infrastruktur.

Schwarze Wolken

Warum sollte man sie also nicht nutzen, die oft zunächst sogar kostenlosen Angebote von Microsoft, Amazon, Google, Apple, Dropbox & Co.? Sie versprechen Speicherplatz en masse, bequem gemeinsam nutzbare Kalender, bequeme Synchronisation zwischen verschiedenen Geräten und noch vieles mehr.

Allerdings gilt es dabei auch eine Menge zu beachten: Kosten, Skalierbarkeit, Sicherheit und Datenschutz sind dabei nur einige Begriffe, die man auf dem Schirm haben sollte.

Welche Kosten fallen an, wenn der kostenlose Speicherplatz zur Neige geht, und wie etabliert ist der Workflow im Team bereits, wenn es so weit ist? Ist dann, vielleicht sogar unter Termindruck und der Zusammenarbeit mit mehreren Partnern der richtige Zeitpunkt für eine reibungslose Umstellung? Oder führt man ein paar hektische Telefonate und einigt sich auf ein paar alte Projektdateien die alle Beteiligten löschen können, um noch ein wenig Platz für die aktuelle Projektversion zu schaffen? (und wurden von den alten Dateien irgendwo ein Backup angefertigt, falls sie doch noch einmal gebraucht werden?)
Was, wenn ein Gerätehersteller plötzlich die Unterstützung für den Kalenderdienst der Konkurrenz in seinem neuesten Smartphonebetriebssystem einstellt (oder zumindest massiv erschwert), weil er nicht mehr zur aktuellen strategischen Ausrichtung des Unternehmens passt?
Was, wenn einer der Anbieter plötzlich durch eine unangenehme Sicherheitslücke in die Schlagzeilen gerät? Wer kann einschätzen, ob das Problem nicht auch die eigenen Daten betrifft, und wie man sich dagegen rüsten kann? Und sind die Maßnahmen dann immer noch so bequem wie davor?
Auch neue gesetzliche Rahmenvorgaben wie die DSGVO können Probleme machen, wenn plötzlich auch abzuklären ist in welchem Land eigentlich der Server steht, auf dem die eigenen Daten gespeichert sind und ob der Anbieter Interesse daran hat, mit einer vergleichsweise vielleicht kleinen Firma einen Auftragsdatenverarbeitervertrag zu unterzeichnen.

 


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Wetterumschwung

Sind Clouddienste nun also per se schlecht und zu vermeiden? Mitnichten – es macht nur Sinn, sich vorab zu überlegen welche Dienste man eigentlich benötigt und wem man die eigenen Dateien (seien sie nun personenbezogen oder ein Projekt oder Produkt betreffend) zu welchen Konditionen anvertrauen möchte.
Abhängig von den zur Verfügung stehenden personellen, finanziellen und strukturellen Ressourcen wäre eine erste Überlegung, bestimmte Cloud-Dienste selbst oder bei einem regionalen Dienstleister zu hosten. Gemeinsame Dateiablage, Kontakt-, Termin-, Aufgaben- und Projektverwaltung, universell verfügbarer Notizzettel und die Synchronisation mit allen stationären und mobilen Geräten lassen sich samt einfacher Rechte- und Benutzerverwaltung und dem obligatorischen Backup heutzutage mit ein wenig Know-How und einem ausreichend dimensionierten Server auch leicht selbst verwalten.
Für E-Mail-Dienste und Online-Officeprogramme kann man auf Anbieter zurückgreifen, die ihre Server innerhalb der EU betreiben und – zumindest nach eigenen Angaben – auch den Zugriffsbegehrlichkeiten von diversen US-Diensten nicht so einfach nachkommen möchten.
Für weniger kritische Dienste, etwa die Einbindung eines Veranstaltungskalenders auf der eigenen Webseite kann man dann ja durchaus wieder ein Gratisangebot eines der großen Hersteller samt passendem Anzeigeplugin in Anspruch nehmen.

Ihre Prognose für morgen

Sie erkennen sich in einem der Szenarien wieder und würden das gerne ändern? Sie möchten, dass die ihre Cloudnutzung einmal von unabhängigen Experten durchleuchtet und auf mögliche Sicherheits- und Finanzrisiken sowie potentielle Datenschutzverstöße geprüft wird? Oder sie wünschen sich einfach Beratung zum richtigen und effektiven Cloud-Mix für ihren spezifischen Anwendungsfall? Kommen Sie auf uns zu, ihre individuelle Lösung ist sicher machbar!